Von ausgeklügelten Plänen, Kalten Schnauzen und Trauzeugen – ein ganz besonderer Steckbrief

Ich habe nicht geweint! Und bin nicht in Ohnmacht gefallen. Aber ich war schon ziemlich happy.
Und, ja, natürlich auch gerührt.

 

Naja, wie würdet Ihr reagieren, wenn Ihr nach Hause kämt und überall auf dem Boden im Flur plötzlich Kerzen und Blütenblätter verstreut vorfinden würdet? Und den passenden Mann dazu nebst Rosenstrauß und Ring mit noch mehr Kerzen im Wohnzimmer?!

Ich habe übrigens „Ja“ gesagt. 🙂

Es ist tatsächlich soweit – die sehnlichst erwünschte Phase im Leben eines Mädchens (zumindest in meinem Leben) hat begonnen: Ich bin verlobt! Wie oft ich mir das früher ausgemalt habe – wer mir wann, wo und wie einen Antrag machen wird. Bekomme ich überhaupt einen Antrag? Oh Gott – heirate ich überhaupt jemals?!

Als Fünfjährige ist man ja felsenfest davon überzeugt. Wie sollte das auch anders sein, schließlich versprechen einem sämtliche Tanten und Cousinen ja den Märchenprinzen (den mit dem Gaul, ihr wisst schon). Und auch wenn mein Prinz heute nichts mit Pferden am Hut hat, so ist er doch der, der den Schlüssel zu meinem Turmverließ gefunden hat. 🙂

Das Ganze ist inzwischen ein Weilchen her und wir befinden uns in der kreativen Phase der Einladunsgkartenbastelei, Menü-Erstellung und Wahl des richtigen Fotografen. Für mich ist das das Größte – ich glaube, wenn ich mich jemals selbständig machen sollte, dann als Wedding-Planner!

Wir sind ziemlich gut im Zeitplan, was mir Gelegenheit dazu gibt, diesen Beitrag hier zu verfassen.
Okay, wir sind so gut im Zeitplan, dass ich schon jetzt weiß, wer mir die Haare macht. Und was es zum Nachtisch geben wird und welche Songs der DJ unbedingt spielen muss. Ich habe eine Pinterest-Pinnwand zum Thema Hochzeit im Allgemeinen, eine für Frisuren und eine für Brautkleider. In meinem Bücherregal stehen zwei dicke Ratgeber zum Thema Hochzeitsplanung und ich besitze mehrere Hochzeits-Zeitschriften. Die Termine zur Brautkleid-Anprobe stehen und die Gästeliste auch. Wir heiraten übrigens im März 2018…

Ich weiß, ich weiß – ich übertreibe es ein wenig. Aber eben das wusste auch eine ganz besondere Person: Meine Trauzeugin. Meine Trauzeugin kennt mich so gut, dass sie geahnt hat, dass ich zwischen Antrag und Trauung ein kleines bisschen durchdrehen würde. Und so hat sie mir ein wunderbares Geschenk gemacht, mit dem ich meine Planungswut ausleben kann. Sie hat mir in weiser Voraussicht ein hübsches Heftchen mit dem Titel The Master-Plan gekauft. Das sagt alles. Und in diesem Heftchen steht auch alles drin. Meine To-Do-Liste wird regelmäßig überflogen und je nach Sachstand abgehakt. Was soll ich sagen, das ist genau das Richtige für mich!

Und nachdem ich hier auf dieser Seite die Themen Backen und Lebensgeschichten ja miteinander verbinde und mir beim Thema Hochzeit spontan etwas einfällt, das unbedingt gebacken werden muss, (naaa…?) liegt es doch nahe, dabei die Geschichte einer ganz besonderen Person zu erzählen. Die meiner Trauzeugin. 🙂

Meine Trauzeugin und mich verbindet eine 31-jährige Freundschaft. Wir kennen uns also schon seit der Spielgruppenzeit.

Da durchlebt man so manche Phase miteinander, lacht, streitet, lernt Radfahren und schwimmen, pubertiert und studiert schließlich zur selben Zeit. Besonders schön ist es, wenn man dann auch die späteren wirklich großen Ereignisse miteinander teilen kann. Der erste Job, die erste eigene Wohnung, die große Liebe und schließlich – na klar – die Hochzeit.

Iris ist bereits seit vier Jahren verheiratet, sie hat mir also so manches voraus. 😉 Ich erinnere mich sehr gern daran, wie sie an ihrem großen Tag zurecht gemacht wurde, wie wir sie in Zeitlupe und voller Ehrfurcht zu viert in ihr Brautkleid gesteckt haben (das war quasi ein heiliger Akt!) und wie sie und ihr heutiger Ehemann sich damals das Ja-Wort gaben. Die Flitterwochen gingen übrigens nach Kanada. Ein lange gehegter Traum von Iris. Es muss eine wunderbare und aufregende Zeit gewesen sein, das zeigen die tollen Fotos, die die beiden von der Reise mitgebracht haben.

Iris sagt über sich selbst, dass sie sich bei dem Versuch, Ansprüche anderer zu erfüllen und vorallem alles möglichst perfekt zu erledigen, gern mal selbst aus den Augen verliert. Ich glaube, an diesem Tag ist es ihr gelungen, einfach glücklich zu sein und nur ihren eigenen Ansprüchen an eine wundervolle Hochzeit zu genügen.
Und das, obwohl sie es gewohnt ist, die Dinge haargenau zu planen. Sie ist Landschaftsarchitektin von Beruf. „Jeder Garten, jede Außenanlage ist anders. Die eigentlichen Abläufe sind zwar immer gleich, aber es sind jedes Mal andere Aufgaben, die gelöst werden müssen.“ Und nun sorge ich dafür, dass sie gleich die nächste Aufgabe vor der Brust hat: Mein Junggesellinnen-Abschied! Und überhaupt, so eine Trauzeugin ist ja mittendrin, da gibt es viiiieel zu planen. 🙂

Backt Iris gerne? Logisch. Am liebsten Pumpernickelchen (Die werdet Ihr hier auch noch kennenlernen, das sind ganz tolle Weihnachts-Kekse – denen kann ich nicht widerstehen.), Kalte Schnauze und Spiegeleierkuchen.
Kalte Schnauze. Das Zeug ist furchtbar lecker und so genial wie einfach. Und es durfte auf keinem Kindergeburtstag fehlen! Das alljährliche Kekse-Backen zu Weihnachten, bei dem auch die Pumpernickelchen immer wieder auftauchen, ist übrigens auch für meine Trauzeugin zum echten Ritual geworden.

Sonst irgendwelche Rituale, Iris? „Es gibt vermutlich mehr Rituale in meinem Leben, als mir bewusst ist. Aber was mir auf Anhieb einfällt: Wenn ich aus dem Büro nach Hause komme, ziehe ich als erstes meine Jogginghose an. Ich kann nicht schlafen, wenn ich mein Kopfkissen vorher nicht noch einmal richtig aufgeschüttelt habe. Weihnachten die Familie sehen.“

Ich bin in Gedanken irgendwie bei der Kalten Schnauze hängengeblieben…Ihr auch?!

Wie wäre es denn, wenn man eine komplette mehrstöckige Hochzeitstorte daraus backen würde? So ein kleines bisschen abgewandelt, hier und da….Mir kommt da eine Idee…Gibt es eigentlich irgendeinen Ritus, den man zu Hilfe nehmen kann, wenn man im Begriff ist, eine mehrstöckige Torte zu bauen? Irgendwas zum Beschwören? Ich tanz auch ´nen Torten-Tanz, wenn es sein muss.

Iris sagt, dass sie in ihrem Leben insgesamt fünfmal umgezogen ist. Das kommt mir gar nicht so vor. Das erste Bild, das mir in den Sinn kommt, wenn ich darüber nachdenke, wo Iris wohnt bzw. gewohnt hat, ist die hübsche Erdgeschosswohnung, in der ihre Eltern noch heute wohnen. Und das, obwohl wir, bevor Iris und ihre Familie dort hin gezogen sind, sehr nah beieinander gewohnt haben. Quasi nur einen Steinwurf entfernt.

Wenn sie plötzlich um fünf Millionen Euro reicher wäre, würde Iris ein kleines Häuschen mit großem Garten kaufen. „Und dafür sorgen, dass ich und meine Liebsten im Alter abgesichert sind. Einen Teil würde ich spenden.“
Klingt nach einem schönen Plan. Vorallem, wenn man wie Iris und ihr Mann weiß, wie man so einen großen Garten auch richtig anlegt. Sebi ist nämlich Landschaftsgärtner. Das passt ja wie die Faust aufs Auge.

Der Auszug aus der elterlichen Wohnung  führte Iris damals sofort ein ganzes Stück weit entfernt nach Osnabrück. Eine wunderschöne Stadt, wie ich finde. Ich hatte sofort einen Draht dorthin, als ich Iris zum ersten Mal besuchte. Sie hat dort ein paar Jahre gewohnt, um zu studieren.

Was wollte Iris eigentlich werden, bevor ihr klar wurde, dass sie als Landschaftsarchitektin arbeiten möchte?

„Friseurin, Reitlehrerin, Tierärztin (bis zum Schulpraktikum, dann nicht mehr) oder Schmuckdesignerin.“ Schmuckdesignerin, das passt zu ihr. Ihr müsstest sie mal sehen, wenn sie etwas dekoriert oder einfach nur etwas an seinen gewohnten Platz legt. Alles vollkommen filigran und andächtig. Wenn ich sowas tue, fällt meistens was runter. Oder geht kaputt.

Und im Schulpraktikum beim Tierarzt? Was ist da schief gelaufen?
„Alles nur fette Kater und Hunde – und die Tierärztin hat immer das gleiche erzählt. Ich konnte schon nach der Hälfte der Zeit in Gedanken mitsprechen, wenn es eine normale Untersuchung war. Großtiere wären vermutlich interessanter gewesen. Aber mal ehrlich: Kannst du dir mich dabei vorstellen, wie ich bis zur Schulter in einer Kuh stecke und Geburtshilfe leiste?!“ Ähhh… nein. Ich glaube, das möchte ich auch nicht. 🙂

Dabei wäre aus Iris  sicher trotzdem nicht die schlechteste Tierärztin geworden. Eine gewisse Affinität zu Tieren hat sie. Sie mag meinen Hund Oskar. Und Pferde ganz besonders. Ich erinnere mich daran, dass Iris eine ganze Weile Reitunterricht hatte. Und sie sagt von sich selbst, sie könne gut zuhören und versucht, sich in ihr Gegenüber einzufinden. Auch hilfreich, wenn man neben Tier auch Tierbesitzer vor der Nase hat. Und ihre größte Schwäche? „Vermutlich mein Sturkopf. Damit steh ich mir auch gern mal selber im Weg.“

Ich habe ein Rezept für Kalte Schnauze rausgekramt. Der Gedanke lässt mich nicht mehr los.
Geht ganz einfach! Schaut mal hier:

Kalte Schnauze ( gefunden bei Chefkoch)

Also wirklich einfach. Prima. Jetzt fange ich an zu experimentieren. Schließlich soll es eine Hochzeitstorte sein.
Ich benutze statt der klassischen Kastenform drei runde Springformen in unterschiedlichen Größen. Die lege ich aus mit einem Biskuitteig, den ich natürlich teilweise zuschneiden muss. img_5195

Ein schönes Rezept für Biskuitteig findet ihr hier im Herbstbeitrag  Oder Ihr kauft einfach fertige Bisukuitböden. Und weil mir die Schichten aus Schoki und Keksen ein bisschen zu langweilig sind, koche ich einen Vanillepuddinimg_5202g. Ganz einfach mit den Tütchen, die man im Supermarkt erhält, Milch und Zucker dazu, fertig. Den Pudding schichte ich dann zwischendurch auch noch mit ein. Und zur Krönung bestreiche ich vorher die Biskuitböden mit Zuckerrübenkraut.

Das lasse ich ein wenig einziehen, ehe ich mit der ersten Schicht (in meinem Fall Pudding) beginne. Danach lege ich eine Lage Kekse in die Formen, dann folgt die Schoki. Dann wieder Kekse, dann Pudding. Nochmal Kekse, nochmal Schoki. Fertig.img_5207

Das Ganze muss jetzt natürlich eine Weile in den Kühlschrank. Für die Dekoration habe ich mir auch schon etwas überlegt. Wo wir schon beim Thema Schokolade sind, gieße ich Herzen und Schmetterlinge aus weißer und Zartbitter-Kuvertüre. Die kommen dann mit in den Kühlschrank. Das funktioniert prima mit Fimo-Formen und Silikon-Formen von der Firma Kaiser. Das hat schon im Frühlings-Beitrag geklappt! Außerdem habe ich Erdbeeren für die Deko besorgt.

Zugegeben: Das Ganze ist schon ein wenig – naja – „alternativ“. 🙂

img_7308

 

Meine Trauzeugin und ich sind in manchen Dingen sehr unterschiedlich und haben doch so einiges gemeinsam. Wir haben dieselbe Wohlfühltemperatur. 25 Grad Celsius.

Ob wir die für die Hochzeit vorbestellen können? Außerdem lieben wir beide die Mosel! Ich glaube, man kann kaum mehr zählen, wie oft wir inzwischen mit und ohne Eltern (früher mit, heute mit und ohne) dorthin gefahren sind. Und wir nähen beide gern. Ich habe später damit angefangen als Iris. Und bin heilfroh, wenn ich mich bei ihr über manches Mißgeschick ausheulen kann. Mein Brautkleid werden wir wohl nicht gemeinsam nähen. Aber gemeinsam aussuchen. 🙂

Und natürlich, wie könnte es auch anders sein, liest Iris auch für ihr Leben gern. Was steht so in ihrem Bücherregal?
„Ich lese so ziemlich alles, von Schnulze über Fantasy und Komödie bis Krimi und Thriller. Lieblingsautoren sind Barbara Wood, Cody McFadyen, Jojo Moyes.“ Ein besonders liebgewonnenes Buch? „Zum Besipiel Glückskekse: weil es einfach glücklich macht. Ich weiß, blöde Antwort. Aber die Frage hat sich doch jeder schon mal gestellt Wie werde ich glücklich? Und im Buch geht es genau darum. Und die Erkenntnis, dass niemand sonst einen glücklich machen kann außer man selbst.“

Was für eine wunderbare Botschaft. Wahrscheinlich auch ein guter Rat für die Ehe. Man sollte sich selbst glücklich machen können, bevor man mit dem Ehepartner gemeinsam sein Glück finden kann.

Darauf ein Feierabendbier, Iris. 🙂

Alles Liebe,

Eure Jassi

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