Buchtipp “ Das geheime Leben der Violet Grant“ – Beatriz Williams

Wenn ich Vivian Schuyler beschreiben soll, fällt mir als allererstes eins ein: Aber bitte mit Sahne!

Leseprobe Das geheime Leben der Violet Grant von Beatriz Williams

Nicht, dass Vivian die Finger nicht von Kuchen lassen könnte. Oder grundsätzlich furchtbar viel essen würde (es sind eher die flüssigen „Lebensmittel“, die es ihr angetan haben). Aber die ganze Frau Vivan Schuyler schreit nach mehr. Sie setzt auf alles noch ein Tüpfelchen drauf – mehr Witz, mehr Charme, mehr Abenteuer – mehr Leben eben.

 

Und das gibt dem Buch „Das geheime Leben der Violet Grant“ einen großen Teil seines Zaubers. Es saugt den Leser mit dem ersten Kapitel ein. Allein die erste Buchseite macht neugierig. Beatriz Williams schreibt gleichermaßen detailliert wie leichtfüßig, verschachtelt und dabei trotzdem sinnvoll und witzig. Wer jetzt denkt: Violet? Wieso Violet? War nicht gerade die Rede von einer Dame namens Vivian?!,  dem sei gesagt: Es geht um beide! Diese beiden Frauen, Vivian und ihre Großtante Violet, teilen sich quasi die Hauptrolle in diesem wunderbaren Buch.

 

 

Aber nun einmal ganz von vorn. Ich stelle Euch heute das Buch „Das geheime Leben der Violet Grant“ von Beatriz Williams vor, erschienen 2015 bei Blanvalet, Random House Gmbh, München unter der ISBN-Nummer 978-3-7341-0161-8 , aus dem Amerikanischen übersetzt von Anja Hackländer. Wir beginnen mit der Beschreibung auf dem Buchrücken zum Inhalt des Buches:

 

Manhattan, 1964: Vivian Schuyler hat das Undenkbare getan: Sie hat dem glamourösen Upperclass-Leben ihrer Familie den Rücken gekehrt, um auf eigenen Beinen zu stehen und Karriere als Journalistin zu machen. Als sie herausfindet, dass sie eine skandalumwitterte Großtante hat, ist ihr Spürsinn geweckt…
Berlin, 1914. Die junge Physikerin Violet erträgt ihre Ehe mit dem älteren Professor Grant nur, um ihren Forschungen nachgehen zu können. Doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus – und ein geheimnisvoller Besucher stellt Violet vor eine Entscheidung mit dramatischen Folgen.

 

Dass Vivian ihrer Familie gleich komplett den Rücken gekehrt hätte, kann ich so nicht bestätigen. Das wäre auch sehr schade!

Immerhin sind die Besuche bei ihrer High Society-Verwandschaft sehr amüsant, wenn auch klischeehaft. Hin und wieder kommt der Verdacht auf, als sei Vivian tatsächlich das einzige eigenständige Mitglied der Familie, das seine Zeit mit mehr als nur dem Mixen von Drinks verbringt.

Jedenfalls gehören die Besuche bei ihren Eltern ebenso zum Charme der Geschichte wie Vivians seltsame Mitbewohnerin (böse Zungen würden sie wahrscheinlich als etwas abgewrackt bezeichnen…) und ihre niedliche Freundin Margot, liebevoll „Gogo“ genannt. Vivian arbeitet gemeinsam mit ihr für ein Magazin, dessen Herausgeber Margots Vater ist – dem Metropolitan. Im Gegensatz zu Margot, die eigentlich nur Daddys Darling und sozusagen das Maskottchen der Redaktion ist, will Vivian hoch hinaus und arbeitet ehrgeizig und mit einer guten Portion Charme und Frechheit an ihren Zielen. Als ihr eines Tages der verschollene Koffer ihrer Großtante Violet, um die sich ein düsteres Geheimnis zu ranken scheint, auf mysteriöse Weise in die Hände kommt, beginnt ein kleines Abenteuer.

Der Schauplatz des Buches wechselt von Anfang an immer wieder zwischen diesen beiden Frauen, Vivian und Violet hin und her.

Während Vivian sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter den Gerüchten um ihre Tante begibt, erfährt der Leser Stück für Stück auch immer mehr über Violet. Sie ist so vollkommen anders als ihre Großnichte und lebt ein so anderes Leben als sie, dass der Stimmungswechsel, der entsteht, sobald der Schauplatz hinüber zu Violet im Jahre 1914 wechselt, enorm ist. Dadurch, dass Violet so introvertiert, klug, anmutig und beherrscht ist, stellt ihr ganzes Leben einen Gegenpol zu Vivians Leben dar. Die eine Eigenschaft, die beide verbindet, ist allerdings der Ehrgeiz und die Zielstrebigkeit, mit der sie ihre beruflichen Ziele verfolgen, Violet ebenso wie Vivian, beide gegen den Willen ihrer Eltern.

Violet ist Wissenschaftlerin am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin. Sie ist fasziniert von der Welt der Atomphysik und beschäftigt sich tagein tagaus mit Teilchen und ihren Eigenschaften.

Zunächst ist sie ebenso fasziniert und angezogen von ihrem deutlich älteren Physikprofessor Dr. Grant, und umso geehrter fühlt sie sich, als dieser ihr den Hof macht. Stück für Stück drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass mit Grant etwas nicht stimmt. Und ebenso beherrscht und ruhig, wie Violet selbst  ist, wird schließlich für den Leser auch das Geheimnis gelüftet, dass Dr. Walter Grant zu den Männern gehört, die sich immer und überall nehmen, was ihnen beliebt. Trotz allem heiratet Violet Walter und erfährt erst zu spät, wie rücksichtlos er tatsächlich ist. Trotz aller Widrigkeiten verbindet Walter und Violet eine gewisse Loyalität. So sehr er ihr auch abverlangt, ihre Rolle als unterwürfige Ehefrau zu spielen und immer wieder betont, wie sehr er sich von ihrer Schönheit angezogen fühlt, so sehr schätzt er sie als Wissenschaftlerin an seiner Seite. Schließlich tritt jedoch ein ehemaliger Schüler Walters in ihrer beider Leben. Bald darauf bricht der Erste Weltkrieg aus – und mit diesen beiden Ereignissen verändert sich alles für Violet.

Sowohl Violet als auch Vivian verlieben sich in dieser Geschichte – wie sollte es auch anders sein. Beide Liebesgeschichten sind nicht gerade von der einfachen Sorte, was das Ganze natürlich umso spannender und lesenswerter macht. Eine besondere Note bekommt der Roman auch dadurch, dass zu Violets Umfeld im Jahre 1914 auch große Wissenschaftler wie Albert Einstein und Max Planck gehören.

Obwohl das Buch gut 536 Seiten stark ist, verging nicht viel Zeit, ehe ich die letzte Seite umgeblättert habe. Zum Schluß erwartet den Leser ein großes Finale, über das ich hier nicht allzu viel verraten möchte. Sowohl Vivian als auch Violet haben ihre ganz eigene Geschichte und ziehen den Leser jede auf ihre Weise mit ihrer Willensstärke und ihrem Charisma in ihren Bann. Ein absolutes Ton-Ten-Buch in meinem Bücherregal!

 

Das passende Backrezept zum Buch war diesmal übrigens auch schnell gefunden:

Mokkabohnen-Pops

(aus dem Buch Cake Pops & Whoopies. Dr. Oetker Verlag, 2013, Bielefeld)

Die Zutaten: 200 g Weizenmehl, 2 EL Backkakao, 50 g Speisestärke, 1 Prise Salz, 1 Päckchen Vanille-Zucker, 10 g Instant-Espressopulver, 130 g Zucker, 1 Ei (Größe M), 150 g Butter, 12 Karamell-Sahne-Bonbons, Backkakao zum Bestäuben

Die Zubereitung: Mehl mit Kakao und Speisestärke mischen. Restliche Zutaten hinzufügen, mit Knethaken verkneten. Den Teig zu einer Rolle formen, in Folie wickeln und im Kühlschrank mindestens eine Stunde durchkühlen lassen. Backofen auf 180 ° C (Heißluft 160° C) vorheizen.

Die Karamell-Bonbons laut Original-Rezept in 3 Teile schneiden, die Teigrolle in 36 Scheiben schneiden. Ich finde allerdings, dass die Pops dann viel zu groß werden. Ich habe die Scheiben kleiner geschnitten, etwa nur halb so groß und entsprechend kleinere Bonbon-Stückchen geschnitten.

Jede Teigscheibe zu einer Kugel rollen, und ein Bonbon-Stückchen hineindrücken. Danach wieder zu einer Kugel rollen (die Karamell-Bonbon-Stückchen sollten möglichst ganz von Teig umschlossen sein, damit das Karamell beim Backen nicht so so schnell ausläuft – wobei das auch furchtbar lecker schmeckt… 🙂 ). Dann jeweils zwei Kugeln dicht nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit einem Messerrücken eine Kerbe hineindrücken, etwa 15 Minuten abbacken.

Die Mokkabohnen abkühlen lassen, danach vorsichtig als Mokka-Bohnen-Zwilling auf einen Cake-Pop- Stiel schieben. Oder -wie ich es gemacht habe – jeweils einen Pop auf einen Stiel stecken und die Zwillings-Bohnen als Keks anbieten.  Zum Schluß mit Kakaopulver bestäuben. Fertig!

 

Wegen der Karamell-Bonbons haben die Mokkabohnen-Pops eine sehr klebrige und zähe Konsistenz – was ich persönlich großartig, weil lecker finde. 🙂 Und sie halten natürlich auch sehr gut auf den Cake-Pop-Stielen.
Wahrscheinlich hätte Vivian die Pops auch für gut befunden – immerhin steht sie auf Kaffee. Und Zucker.

 

Viel Freude beim Nachlesen und Nachbacken!
Alles Liebe

Eure Jassi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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